Stand: 30.09.04

Lok 3

ex Kö 4294, Kb 4294, Köf 4294, 321 516, 322 635

Nach langen Jahren mal wieder eine Lok auf der Honauer Steige, wenn auch nur auf der B313 zwischen Honau und Lichtenstein: die Lok 3 am 8.2.97 bei der Überführung nach Reutlingen.



Die Fürstlich Hohenzollerischen Hüttenwerke Laucherthal

Bereits im Jahre 1707 ließ Fürst Meinrad II in Laucherthal bei Sigmaringen einen Hochofen errichten. Gegen Ende des vorigen Jahrhunderts erfolgte die Umstellung von der Eisenverhüttung auf die Stahlweiterverarbeitung und die Herstellung von Gleitlagerwerkstoffen. Im Jahre 1900 wurde dann auch speziell für dieses Werk der Abschnitt Sigmaringendorf - Bingen der Hohenzollerischen Landesbahn in Betrieb genommen. Die Landesbahn fährt hier mitten durch das Werk und so befindet sich auch der Bahnhof Laucherthal auf dem Werksgelände.
Weitere Einzelheiten zur Geschichte und Gegenwart der Hüttenwerke finden sich auf deren Homepage:
» http://www.zollern.de
Die erste eigene Lok war hier bereits um 1911 im Einsatz. So ist jedenfalls in einem Katalog der Motorenfabrik Oberursel eine 25PS Benzin-/Benzollok abgebildet, die hier 1911 fotografiert wurde. In den Jahren 1920/21 wurden dann zwei Dampflokomotiven beschafft, die heute als Museumslokomotiven erhalten geblieben sind. Erst als der Dampflokomotivführer in den Ruhestand ging, wurde im Jahre 1976 eine nur unwesentlich jüngere Köf beschafft. Ende 1996 wurden schließlich die einst umfangreichen Gleisanlagen zurückgebaut, der Lokschuppen abgebrochen und die Köf durch einen Zweiwege-Unimog ersetzt. Bei dieser Gelegenheit konnten wir schließlich hier die letzte Lok günstig übernehmen. Die Daten der Lokomotiven in Kurzform:
Nr.
Hersteller
Fabr.Nr./Bauj.
Bauart, Lebenslauf
o.Nr.
Oberursel
..../19xx
Bdm 25PS, neu an FFH, Laucherthal (1911 vorhanden), ....
Rosa
Heilbronn
374/1899
Bn2t, neu an Württembergische Staatsbahn, T 1005, 1921 an FHH, Laucherthal, Lok Rosa, 1976 an Verein zur Erhaltung Historischer Dampflokomotiven, Aschaffenburg, 1979 an Deutsches Dampflokmuseum, Neuenmarkt-Wirsberg, 1986 an Museum für Verkehr und Technik, Berlin
Margarete
Smoschewer
683/1920
Bn2t, neu an FHH, Laucherthal, Lok Margarete, 1976 an Gesellschaft zur Erhaltung hist. Schienenfahrzeuge, Stuttgart, Lok 6 Margarete
Lok 3
Kr.-Maffei
15430/1934
Bdh, neu an DRG/DB, Kö 4294, 1959 Umbau in Köf 4294 bzw. 321 516, 1970 Umbau in 322 635, +23.3.76, 1976 an FHH, Laucherthal, 1997 an Freunde der Zahnradbahn Honau-Lichtenstein, Reutlingen


Betriebsbuchauszug

Ähnlich wie bei unserer Köf 2, handelt es sich auch bei dieser Lok um eine Einheits-Kleinlok, die in dieser Art ab Anfang der 30er Jahre in großer Stückzahl von der damaligen Deutschen Reichsbahn beschafft wurde. Die letzten Exemplare sind erst 1999 aus dem Betriebsbestand der DB ausgeschieden. Viele Fahrzeuge wurden an Industrie- und Privatbahnen im In- und Ausland verkauft. Auch bei vielen Museumsbahnen sind diese kleinen und einfachen Lokomotiven als Rangiergerät sehr beliebt.
Unsere Lok wurde am 26.6.1934 von dem namhaften Lokomotivhersteller Krauss-Maffei in München als Kö 4294 an das Reichsbahn-Maschinenamt Ludwigshafen geliefert. Die Abnahme erfolgte am 10.7.1934 nach zwei Probefahrten zwischen Neustadt/Weinstr. und Schifferstadt. Der Beschaffungspreis hatte 22395,75 Reichsmark betragen. Die Lok war zunächst mit einem 65PS MAN-Motor (Typ W3V 12/22) und einem mechanischen Getriebe von Krauss-Maffei ausgestattet. Während der Kriegsjahre wurde die Lok für den Betrieb mit Flüssiggas umgerüstet und war so vorübergehend als Kb 4294 bezeichnet. Der Einbau eines Flüssigkeitsgetriebes und damit auch die Umzeichnung von Kö in Köf erfolgte 1959. Ein leistungsfähigerer Kaelble-Motor (Typ GN1330s), wie dieser in Kleinloks verbreitet ist, wurde bereits 1955 eingebaut. Im ab 1968 gültigen neuen Nummernschema der DB wurde sie als 321 516 eingereiht und dann 1970 mit dem Einbau einer Druckluftbremse in 322 635 umbezeichnet. Beheimatet war die Lok zunächst in Ludwigshafen, später in Mannheim, Karlsruhe, Stuttgart, Aulendorf, Heilbronn, Aalen, Ulm und Friedrichshafen, bis sie schließlich 1976 an das Hüttenwerk Laucherthal verkauft wurde.
Da die Lok bei der Übernahme durch den Verein noch betriebsfähig war, erfolgte die Überführung von Laucherthal nach Kleinengstingen aus eigener Kraft über die Hohenzollerische Landesbahn. Bei dem weiteren Transport nach Reutlingen waren die Spedition Stooss und die Firma Kran-Vogel behilflich. Der direkte Schienenweg über Hechingen und Tübingen wäre um ein vielfaches teurer gewesen.

Aw Aufenthalte

26.06.34Ablieferung der Kö 4294 an das RMA Ludwigshafen 
10.07.34Abnahme nach zwei Probefahrten Neustadt/Weinstr. - Schifferstadt 
04.09.40Hauptuntersuchung 
01.10.49Raw Karlsruhe, Hauptuntersuchung mit Motortausch (MAN) 
03.05.51EAW Nürnberg, Kö 2 
12.04.55 - 03.05.55Aw Friedrichshafen, Kö 2 mit Motortausch (Kaelble) 
21.09.59 - 12.10.59Aw Friedrichshafen, Kö 2 mit Umbau in Köf (Voith-Getriebe) 
01.07.65 - 16.07.65Aw Nürnberg, U2 mit Motortausch (Kaelble) 
12.01.70 - 03.02.70Aw Nürnberg, U3 mit Motortausch und Umbau in 322 635 (KDi-Bremse) 
10.03.70 - 13.04.70Aw Nürnberg, U0 
20.04.74 - 26.06.74Aw Nürnberg, U0 
06.05.76Bw Gammertingen, Hauptuntersuchung 
02.05.84Bw Gammertingen, Hauptuntersuchung 
10.06.92Bw Gammertingen, Hauptuntersuchung 

Beheimatungen

ab 10.7.34Bw Ludwigshafen 
ab ca.1947Bw Mannheim Rbf 
bis 31.12.52Bw Karlsruhe Rbf 
01.01.53 - 03.05.55Bw Stuttgart Hbf 
04.05.55 - 28.12.64Bw Aulendorf 
29.12.64 - 25.04.65Bw Heilbronn 
26.04.65 - 02.09.65Bw Aalen 
03.09.65 - 06.09.65Bw Heilbronn 
07.09.65 - 31.05.68Bw Stuttgart 
01.06.68 - 09.08.74Bw Ulm 
10.08.74 - 32.04.76Bw Friedrichshafen (Datum laut Betriebsbuch) 
06.05.76 - 07.02.97Fürstlich Hohenzollerische Hüttenwerke, Laucherthal 
08.02.97Freunde der Zahnradbahn Honau - Lichtenstein e.V. 
Aus der Reichsbahnzeit enthält das Betriebsbuch nur wenige Angaben zu Stationierungen und Aw-Aufenthalten. Auf einem Betriebsbogen findet sich die Bezeichnung Kb 4294, b = benzol, die auf den zeitweisen Betrieb der Lok mit Flüssiggas hinweist, wie das während der Kriegsjahre üblich war.